• Jan Keller

Abrechnen, was möglich ist.

In einem Beitrag vom Februar 2018 wurde von SRF veröffentlich, wie sich die Gehälter von Chef- und Belegärzten zusammensetzen und wie hoch diese sind. Ebenfalls wurde richtigerweise festgehalten, dass die überhöhten Löhne auf einen "Fehler im System" zurückzuführen seien. Dieses verlocke Ärzte dazu, unnötige Leistungen zu erbringen und zu viel zu operieren. "Dies, weil das grosse Geld locke. Je mehr ein Arzt operiere, desto mehr könnte er verdienen." Damit hat das SRF ein zentrales Problem unseres Gesundheitssystems erfasst.


Die übermässige Abrechnung wird dadurch ermöglicht, dass diese keiner wirksamen Kontrolle unterliegen und auch nicht unterliegen können. Um nämlich überprüfen zu können, ob eine ärztliche Leistung notwendig und gerechtfertigt ist, braucht es das Fachwissen eines weiteren Mediziners. Da es angesichts des vorliegenden Ärztemangels unmöglich ist, haufenweise Ärzte als Abrechnungskontrolleure bei den Krankenversicherungen einzustellen, erfolgt die Kontrolle stattdessen anhand eines Vergleichs: nur wer mit den abgerechneten Leistungen aus dem Raster des arithmetischen Durchschnitts fällt, wird überprüft.


Eine wirksame Kontrolle kann dadurch jedoch nicht gewährleistet werden. Es verwundert daher wenig, dass die Spitzenlöhne so hoch liegen. Obwohl sich der Bundesrat im SRF Beitrag von 2018 erkenntlich gezeigt hat, wurde das Problem nicht angepackt. Im Gegenteil: mit der Abstimmung über Pflegeinitiative vom 28. November 2021 wird die Abrechnungsproblematik noch auf die Berufsgruppe der Pflegefachkräfte ausgeweitet.


https://www.srf.ch/news/schweiz/auch-dank-operationen-so-viel-verdienen-chefaerzte-im-spital


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